Flugzeugabstürze und Statistik

Nach dem furchtbaren Flugzeugabsturz in Frankreich kann ich die Angst davor, jetzt ein Flugzeug zu besteigen, gut nachvollziehen. Ich höre dazu jetzt oft sinngemäß folgende Aussage:

Die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt wieder ein Flugzeug abstürzt ist ja wohl noch kleiner als vorher!

Das ist jedoch nicht richtig. Rein statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Unglücks genauso hoch wie vorher. Wer das nicht glaubt, muss sich nur eine Reihe von Münzwürfen vorstellen. Wenn zehnmal hintereinander „Zahl“ geworfen wird, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass beim elften Mal „Kopf“ geworfen wird?

Die Wahrscheinlichkeit ist 50%, weil der nächste Münzwurf unabhängig von den vorherigen ist. Die Münze hat sich ja nicht „gemerkt“, dass vorher oft „Zahl“ geworfen wurde und eigentlich mal wieder „Kopf“ dran wäre.

Keine Berücksichtigung bei diesen Überlegungen finden natürlich eventuelle psychologische Effekte. Sind Piloten jetzt z.B. nervöser und dadurch steigt das Risiko eines Unglücks? Oder verhalten sich diese vielleicht im Gegenteil vorsichtiger und das Risiko sinkt? Es geht mir hier rein um die Statistik.

Allgemein bekannt ist natürlich, dass das Risiko eines Autounfalls wesentlich höher ist, sogar um einige Größenordungen (Statistiken dazu). In absoluten Zahlen ausgedrückt sterben jährlich über eine Million Menschen in Autounfällen. Trotzdem sind die Ängste vor dem Fliegen viel größer als vor dem Autofahren, vermutlich, weil man im Straßenverkehr der Illusion erliegt, man hätte alles unter Kontrolle. Im Flugzeug sind die meisten Menschen den Piloten und der Technik ausgeliefert.

 

 

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